unterirdisch

Durch Misch-und Tannenwald geht es hinauf zu meinem Ziel, zum Schneckenbrunner Hof. Obwohl teilweise steil aufwärts, ist diese anspruchsvolle Route im hinteren Obertal, mit der Eichel als Wegweiser, dennoch entspannt zu wandern. In Sichtweite vom „weißen Haus“, meinem aktuellen Foto-Projekt, das sogenannte Milchheisje am Römerweg. Immer geöffnet. Landwirtschaftliche, frische Produkte sind auf freiwilliger Basis entnehmbar. Doch hier oben am „weißen Haus“, in einer landschaftlich wunderbaren Umgebung, war das örtliche, bäuerliche Anwesen von jeher verloddert. Vom nahen Wanderweg behinderten Büsche die Sicht auf den Gebäudekomplex. Katzen zeigten sich wenig zutraulich, sie streunten wohl meist Draußen herum. Müll wurde zeitweise im Auto entsorgt und manchmal qualmte auch der Schornstein. Irgend jemand wohnte hier, nur Personen waren selten zu sehen. Es gab kein Eingangstor oder gar eine Umzäunung, aber Neugierde gab es schon beim Blick zum Anwesen und beim vorbeilaufen ging es meist etwas forscher weiter, beäugt vom Hofhund im Hintergrund. Jetzt, im Herbst 2015, nutze ich das seit längerem unbewohnte Gelände zum Fotografieren und noch immer lässt sich ein leichtes Unbehagen beim Betreten der Ruinen nicht ablegen. Bei den Recherchen der Aufnahmen wird von Unfällen gemunkelt, nichts Konkretes ist zu erfahren. Nur soviel, ich entdecke die eine Grabplatte im Gestrüpp, doch sie ist fast symbolisch zu dem ganzen Drumherum zu nehmen (Aufnahme 3).

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